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101 - Gestatten, sie nennen mich den Herzensbrecher

   Gestatten, sie nennen mich den Herzensbrecher  

,,So nach und nach liefen mir die Frauen weg,
Sie schimpften mich >abartig< und
>menschlicher Dreck.<"

 

Sie nennen mich einen Herzensbrecher - Als wäre das mein Hobby. Als würde ich die Eroberungen zählen, ihre Namen und eine Telefonnummer auf kleine Zettelchen schreiben und sie in die blaue Schachtel mit den Erinnerungen legen. Und wann immer ich wollte, würde ich die Schachtel öffnen, nach einem Zettel greifen und mich wieder mal bei einem dieser Menschen melden. Sodass ich mir immer das nehmen kann, was ich will und wann ich will.
Und zurück bleiben dutzende Splitter in bunten Farben auf dem Boden zurück, zerbrochene Herzen auf meinem Weg, fort von mir selbst.

Ich tue das nicht zu meinem Vergnügen. Ganz und gar nicht.

Ich schaue nicht in den Spiegel und belächle mich selber. In dem Spiegel ist ein Mann, den ich nicht kenne, der mir fremd ist und kaum ich selbst bin.

Und trotzdem. Auch die Menschen, die mich einen Herzensbrecher nennen, auch diese Menschen werden von dem süß duftenden Honig angelockt, schlendern mir verträumt in die Arme und finden sich dann irgendwann in einer Bienenfalle neben den ganzen anderen leeren Chitinpanzern wieder. Insektenhüllen, die einmal mehr waren und nun mit verklebten Flügeln am Glas hängen - bewegungslos.

Gestorben mit dem Traum von einer besseren Welt und der Hoffnung, die eine Ausnahme zu sein.


,,Diese Welt ist krank -
Und ich bin es auch.
"

 (Eisblut - Schlachtwerk)

4 Kommentare 3.10.11 22:03, kommentieren