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Ruinen. - Goldener Staub

   Goldener Staub  

,,Ich steh' auf, blick' mich um,
Und ich erkenne, dass der Wind
Mich dorthin trug, wo ich als Kind,
Unbeschwert, ungestört,
Die Zeit verschlief."

 

 

Manchmal kann es Minuten, Stunden oder gar Tage dauern, bis man von der einen Seite der Tür zur nächsten gelangt. In diesem Fall lässt es sich schwer sagen, in welcher Zeit der Junge die andere Seite der Tür erreicht, da ihn ein blendendes Licht erfasst hat, das nur langsam seinen Glanz verliert.

Was nach dem Erlöschen vom Glanz übrig bleibt, ist eine Stadt. Oder war zumindest einmal eine, denn rund um ihm stehen Hochhäuser mit entglasten Fenstern und riesigen Rissen in den Wänden. Verlasse Bauten. Ruinen.

Und als das Licht langsam erlischt, verliert er auch der Junge etwas. Eine Erinnerung. Ein Gefühl.

Deja Vú.

,,War ich schon einmal hier?", flüstert er leise in die verlassenen Straßen einer Stadt, die irgendwann einmal wunderschön gewesen sein muss.

Schon einmal hier gewesen, nur zu einem anderen Zeitpunkt. schleicht es ihm in den Kopf. Es ist der seltsame Nachgeschmack, den Träume am Morgen manchmal hinterlassen, wenn man zu früh aufwacht oder zu spät seinen Traum verlässt.

Der Junge setzt einen Schritt vor den Anderen. Ein warmer Sommerwind weht.

Obwohl diese Zementblöcke nichts weiter als ein leeres Grau auszustrahlen scheinen, liegt ein seltsames Surren in der Luft, welches die Staubteilchen in den Sonnenstrahlen funkeln lässt. Gold in Grau. In der Ferne flimmert die Hitze auf dem Asphalt.

Es dauert eine Weile, bis der Junge ein Ende in diesem endlosen Betondschungel findet und das Grau der Hochhäuser einem grünem Hügel weicht, der fast genauso groß wie die Häuser zu sein scheint. Ein kleiner Weg aus Kies, an dessem Rand sich hohes Gras tummelt, schlängelt sich durch das Grün und Schritt um Schritt folgt der Junge dem Pfad hinauf zur Spitze des Hügels.

Während die Stadt langsam in seinem Rücken verschwindet und das Grün ihn fast gänzlich umgibt, nimmt das Surren langsam ab, bis es schließlich ganz verstummt.

Oben angekommen entdeckt der Junge zwei Dinge: Einen Baum und eine alte Bank, die einen Blick über die ganze Stadt bietet - oder zumindest das, was davon übrig ist. Bei einem näheren Blick entdeckt er einen Gegenstand unter der Holzbank. Eine rostige Laterne, in der einmal eine Kerze gebrannt haben muss. Er lässt die Laterne an ihrem Platz und beschließt, sich für einem kurzen Moment hinzusetzen.

Doch ehe der Junge auch nur einen Schritt in Richtung Bank setzen kann, spürt er wieder dieses Surren in Luft, welches sich unsichtbar aus seinem Rücken nähert. Oder ist es es noch mehr, als nur das Surren?

 

 

,,Dies ist der Ort, wo es begann,
an dem ich viel verlor,
Doch noch viel mehr gewann.
Hier starben meine Träume,
Im Schatten stummer Apfelbäume
."

(Samsas Traum - Der Wald der vergessenen Puppen)


14.4.14 00:35

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


me.the-real-one (14.4.14 10:11)
Ich weiß gar nicht so wirklich was ich schreiben soll. Mir fehlen die Worte. Der Text ist einfach ... keine Ahnung wie ich das beschreiben soll. Ich sag jetzt einfach mal wunderschön, obwohl ich finde dass das Adjektiv nicht wirklich passt. Aber ich finde gerade kein besseres.

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